Währungsdesintegration — Das Ende von Währungsunionen: Eine by Dr. Clemens Muth (auth.)

By Dr. Clemens Muth (auth.)

Die Beschäftigung mit den ökonomischen Implikationen einer Währungsunion gehört gegenwärtig, vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Einführung einer gemeinsamen (west-)europäischen Währung, zu den meist diskutierten Fragen in der Wirtschaftswissenschaft. Gegenstand der in letzter Zeit veröffentlichten Arbeiten ist zumeist eine examine der Währungsintegration, additionally der Frage des Zusammenschlusses mindestens zweier, bislang voneinander getrennter, Währungsgebiete. Welche Voraussetzungen und institutionellen Vorkehrungen müssen vor Errichtung einer Währungsunion erfüllt sein, wie sollte der Weg zu einer Währungsunion gestaltet sein, wie die Zentralbankverfassung einer, mehrere Mitglieder umfassenden, Union aussehen, was once sind die Auswirkungen unterschiedlicher Politiken in den Mitgliedstaaten auf die Union und die Partnerstaaten? Diese Arbeit geht, vor dem Hintergrund der Auflösung des gemeinsamen Währungsgebiets auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion, vielleicht aber auch in einem kühnen Vorgriff auf mögliche zukünftige Entwicklungen in Europa, den umgekehrten Weg. Ab wann ist es für einen Mitgliedstaat einer Währungsunion ökonomisch sinnvoll, diese zu verlassen? Wie vollzieht sich der Prozeß einer Währungsdesintegration? Gibt es theoretische Erklärungsansätze für die Dynamik eines solchen Prozesses? Existieren Parallelen zum Prozeß der Währungsintegration, inwieweit kann daher auf die in diesem Bereich schon vorliegenden Ansätze zurückgegriffen werden? Sind Währungsintegration und Währungsdesintegration nur zwei ähnliche Seiten derselben Medaille, des Wechsels der Währungsordnung? Hier liegt der theoretische Schwerpunkt der Arbeit. Der Begriff der Währungsdesintegration wird dabei eng auf das Ende von Währungsunionen und die in diesem Zusammenhang auftretenden Probleme beschränktl , es geht additionally nicht um andere Formen der Desintegration im monetären Bereich, wie etwa den Zerfall von WechselkursverbÜllden oder die Auflösung von Finanzbeziehungen.

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Die Finanzierung von Zahlungsbilanzdefiziten, deren Ursachen werden damit jedoch, anders als bei einer Abwertung, welche etwa im Sinne des Absorptionsansatz die Exporte erhöht und die Importe verringert und so die Leistungsbilanz ausgleicht, nicht beseitigt. Zusammenfassend ist also die Integration der Finanzmärkte nur ein notwendiger, auf keinen Fall jedoch ein himeichender Ersatz fiir den Verlust des Wechselkursinstruments bei Mitgliedschaft in einer Währungsunion46 . 3 INTEGRA nON DER F AKTORMÄRKTE UND GLEICHLAUFENDE SCHOCKS Das wohl bekannteste Kriterium zur Analyse der Effizienz eines Währungsraums ist das von Mundell (1961) entwickelte Kriterium der Faktormobilität und betrifft die Verwendung des Wechselkurses zur Beschäftigungssicherung.

Durch den Spruch des Bundesverfassungsgerichts (1993) vom 12. Oktober 1993 wird allerdings zumindest fiir Deutschland ein Austrittsrecht bei mangelnder Stabilität der EWU, wenngleich auch einseitig, in Anspruch genommen. So schreibt das Gericht in seiner Begründung fiir die Verfassungsmäßigkeit des Maastricht-Vertrags: "Der Vertrag setzt langfristige Vorgaben, die das Stabilitätsziel zum Maßstab der Währungsunion machen, die durch institutionelle Vorkehrungen die Verwirklichung dieses Ziels sicherzustellen suchen und letztlich - als ultima ratio - beim Scheitern der Stabilitätsgemeinschaft auch einer Lösung aus der Gemeinschaft nicht entgegenstehen" und weiter "Sollte die Währungsunion die bei Eintritt in die dritte Stufe vorhandene Stabilität nicht 64 Für Großbritannien und Dänemark gelten bezüglich des Automatismus der EWU einige Sonderbestimmungen.

Sein Argument lautet stark verkürzt, , hinreichend vollkommene Kapitalmärkte machen das Instrument einer Wechselkursänderung überflüssig. Bei einer vollkommenen Integration der Kapitalmärkte, definiert als ein Zustand des Nicht-Vorhandenseins staatlicher Restriktionen und von Transaktionskosten, werde sich in den beteiligten Ländern ein einheitliches Zinsniveau herausbilden. Kleinste Zinsdifferentiale könnten so bereits einen Kapitalimport auslösen und Ungleichgewichte in der Zahlungsbilanz beheben45 .

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