Regionalisierung: Theorie — Praxis — Perspektiven by Arthur Benz, Dietrich Fürst, Heiderose Kilper, Dieter

By Arthur Benz, Dietrich Fürst, Heiderose Kilper, Dieter Rehfeld

Die Relevanz des Regionalisierungskonzepts wird in verschiedenen sozialwissenschaftlichen Diskursen thematisiert, so im Zusammenhang mit der Globalisierung der Wirtschaft und der Herausbildung regionaler Netzwerke oder der Internationalisierung und Europäisierung der Politik.
Die Publikation beschäftigt sich mit Fragen, die im Zusammenhang mit dem steuerungstheoretischen Diskurs gestellt sind. Aus den Veränderungen der Staatstätigkeit werden Merkmale und Funktionen regionaler Politikabgeleitet. Gefragt wird nach den Spannungsfeldern, aber auch Grenzen von Regionalisierung.

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Zum dritten dienen Netzwerke der Überwindung bestehender Organisationsgrenzen durch informale Beziehungen. Damit wirken sie grenzüberschreitend, ohne selbst neue formale Grenzen aufzubauen. Sie sind eine geradezu ideale Basis für eine Querschnittsaufgabe wie die der regionalen Entwicklungspolitik. Netzwerke (etwa in Form von Städtenetzen; vgl. Baurnheier 1994; Spangenherger 1996) können somit als Grundform einer Regionalisierung gelten, die zu offenen Handlungsräumen führt (Blatter 1999). Aus diesen Gründen spielt das Konzept der Netzwerke in der aktuellen Regionalisierungsdiskussion eine zentrale Rolle, und zwar nicht nur als theoretisches Konzept, sondern auch als Modell für die Strukturierung regionaler Politik.

Dies zeigt sich besonders im Bereich der Arbeitsmarktpolitik (Stöbe 1992). Hier werden Maßnahmen einer aktiven Beschäftigungsförderung zunehmend in regionalen Kontexten und in Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Organisationen realisiert. Ähnliche Tendenzen lassen sich im Bereich der Gesundheitspolitik beobachten, wo in Regionen Versorgungseinrichtungen vernetzt werden ("Gesundheitsregionen"). Während die kommunale Sozialpolitik für die besonderen Lebenslagen benachteiligter Menschen verantwortlich ist, sollen die Regionen die wirtschaftlichen Voraussetzungen schaffen, die soziale Probleme überwinden können.

Dem dient die Verlagerung auf private oder gemeinnützige Träger, aber auch die Entwicklung neuer Formen öffentlichprivater Kooperation (public-private partnerships; Grunow 1996/97: 337339; Treutner 1998). Diese Politiken sind Ausdruck einer Veränderung in der sozialpolitischen Diskussion: Das zunehmend kritischer bewertete Ziel der Gleichheit wird verdrängt durch das Ziel der Hilfe zur Selbsthilfe und der Förderung von Entwicklungschancen in kleinen sozialen Netzen. 13 Die Forderungen nach einer "Regionalisierung" von Einrichtungen der Sozialversicherung, die in der Bundesrepublik immer wieder erhoben werden (Münch 1997: 197-217; Münch 1998), führen letztlich zu einer größeren Ungleichheit in den Sozialleistungen, ohne daß damit eine neue Form von Sozialpolitik verbunden wäre.

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