Mein Herz war nie fort (Roman) by Lesley Pearse

By Lesley Pearse

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Und doch war ihre Mutter nie mit dem Rest der Familie zu Bett gegangen, obwohl sie härter arbeitete als alle anderen. Stattdessen saß sie noch ein oder zwei Stunden mit einer Kerze am Feuer. Sie sagte, dies sei die einzige Zeit, in der sie ein wenig Ruhe und Frieden hatte. Als Nell im Kerzenlicht das ausgelaugte Gesicht ihrer Mutter sah, durchzuckte sie ein Stich der Reue; immerhin wollte sie ihr noch weitere Arbeit aufbürden. Meg war vierunddreißig, und zehn Kinder sowie eine Totgeburt hatten ihr die Vitalität und die Kraft geraubt, mit der sie Nell aus ihrer frühen Kindheit in Erinnerung geblieben war.

Ihr Lächeln war betörend, und sie strahlte einen Frohsinn und eine Begeisterung aus, die selbst die ärmsten Menschen zum Lachen brachten. Sie wollte mit jedem reden; mit vier Jahren hatte sie am Tor gestanden und einen jeden begrüßt, der vorbeigekommen war. Selbst Pastor Gosling, der normalerweise so hochmütig war, blieb immer stehen, um mit ihr zu sprechen. Meg und Silas hatten niemals auch nur für einen Moment bedauert, sie genommen zu haben. Sie war ein umgängliches, genügsames Baby gewesen, das den ganzen Tag über gelächelt und vor sich hin gebrabbelt hatte, und fast von ihrer ersten Woche im Haus der Rentons an schien das Glück der Familie sich tatsächlich zu wenden.

Man erzählte sich, der Hafen von Bristol sei das reinste Wunder und man könne prächtige, große Segelschiffe dort sehen, die zu den entlegensten Enden der Welt segelten. Aber Nell verspürte nicht das Verlangen, dort hinzugehen; vor einem Jahr waren in der Hafenstadt Hunderte von Menschen an Cholera gestorben, und erst vor fünf Monaten, im Oktober, hatte es drei Tage lang schreckliche Unruhen gegeben. Dutzende von Menschen waren getötet, noch viel mehr schwer verletzt und viele Gebäude zerstört und verbrannt worden.

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