Leiden als Mutterpflicht: Mutter von strafgefangenen by Marlis Dürkop

By Marlis Dürkop

Was wissen wir über die state of affairs Angehöriger von Strafgefangenen und vor allem darüber, wie diese Angehörigen ihre eigene scenario interpretieren und welche Realitätskonstruktionen sie entwerfen, und warum wissen wir darüber so wenig? Mit diesem Themenkomplex beschäftigt sich die folgende Studie, weil wir meinen, daß auch in den wenigen Sozial-Reportagen (z. B. Mechtel 1975), die sich mit den Problemen Angehöriger von Straf­ gefangenen beschäftigen, darüber nichts (bestenfalls wenig) zu finden ist (derartige Sozial-Reportagen konzentrieren sich in der Regel auf die problematischen Beziehungen zwischen Mann und Frau, wenn einer von beiden einsitzen muß (z. B. Ortner/Wetter 1975) oder thematisieren die Folgen der Haft für die Kinder (Römer 1967), wenn einer der beiden Elternteile eine Freiheitsstrafe verbüßen muß). Die vorliegende Studie geht den oben skizzierten Themen­ komplex an, indem sie aus der Sicht einer zentralen Figur im Bezie­ hungsgefüge eines Strafgefangenen (immer ein Mindestmaß an Kontakten unterstellt) jene Schwierigkeiten beschreibt und analy­ siert, die typischerweise für die soziale Umgebung eines Strafgefan­ genen im Verlauf seiner kriminellen Karriere auftreten. Insofern erstatten auch wir einen Bericht: wir zeichnen das auf und nach, used to be Mütter, deren Söhne im Gefängnis sitzen, uns berichtet haben. Die Beschäftigung mit dieser Thematik kam mit der Gelegenheit. Die Gelegenheit selbst wurde in der "Abendpost", einer street­ zeitung, "offeriert", wo zu lesen stand, daß die "Evangelische Ar­ beitsgemeinschaft für Müttergenesung" für ca.

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Man kommt ja von den Gedanken nicht los... " (I) Fast alle Äußerungen der Mütter spiegeln einen Zustand tiefer Niedergeschlagenheit und Hoffnungslosigkeit wider; kaum eine Mutter nimmt sich davon aus, wie ein beliebig ausgewählter Querschnitt zeigt: "Weil, ich bin den ganzen Tag allein, wenn mein Mann nicht da ist. Ist er in der Nacht nicht da (der Mann ist Werkspolizist) bin ich auch allein und da habe ich viel geheult. Meine Nerven sind einfach durchgegangen mir. Und wenn wir miteinander waren, da haben wir uns miteinander zu Tisch gesetzt und da habe ich geheult und mein Mann auch.

Der Sohn, das jüngste Kind, hat mit 17 Jahren ein Motorrad gestohlen und vorher Automaten geknackt. III 39 Jahre, halbtags berufstätig, beschäftigt in einem Großmarkt des Einzelhandels, mußte ihren erlernten Beruf (Lackiererin) aus gesundheitlichen Gründen aufgeben; geschieden, lebt aber mit einem 40-jährigen Handwerker zusammen, der zwei Kinder in diese Lebensgemeinschaft mitgebracht hat. Sie bewohnt mit ihrem Freund eine 4-Zimmer-Wohnung in einem Wohnblock einer süddeutschen Stadt. Sie hat einen Sohn (damals 21 Jahre), eine (damals) 17-jährige Tochter (die ihrerseits eine 9 Monate alte Tochter hat) sowie eine 5-jährige Tochter; der Sohn hat sich als "Dealer" betätigt, einen Autodiebstahl begangen und seiner Mutter einen Scheck gefälscht, die ihn daraufhin angezeigt hat.

Dies ist offensichtlich der Fall bei zwei Frauen, die schwere Belastungen auf sich nehmen, um ihre Enkel vor Heimaufenthalten zu bewahren. Im ersten Fall wurde der (z. Zt. der Untersuchung inhaftierte) Enkel von den Großeltern aufgenommen, weil der zweite Ehemann ihrer Tochter diesen ablehnte. Bevor die Großeltern den Enkel zu sich nehmen konnten, ließ der Stiefvater das Kind in einem Heim unterbringen, als drei eigene Kinder kamen. Der Stiefvater hatte dem Kind schon früh prophezeit: "Du wirst genauso wie Dein Vater, Du bist ein Verbrecher ...

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