Inzestverbot und Gesetzgebung: Die Konstruktion eines by Karl Ubl

By Karl Ubl

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Seit Aurelius Augustinus (354-430), dem bedeutendsten Denker der Spätantike, ist die Rückbindung der Frage nach der Wahrheit an die Frage nach dem Ich, additionally an die Selbsterkenntnis, ein Grundthema der Philosophie; nach Platon, dem Begründer der abendländischen Philosophie, struggle Augustinus der zweite große Denker der Antike von bis heute prägender Kraft.

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17. ). 38 2. Die Aneignung einer Tradition im 4. Jahrhundert und M. Aemilius Lepidus seine Cousine Servilia13. Dass solche Ehen auch unterhalb der hohen rçmischen Aristokratie geschlossen wurden, zeigt ein von Cicero genanntes Beispiel aus dem Municipium Larinum. Da er der Ehe eine plena dignitas zuschreibt14, kann kein Zweifel über die Selbstverständlichkeit solcher Verbindungen bestehen. Einen Schritt weiter ging Kaiser Claudius. Um seine Nichte Agrippina zu heiraten, ließ er im Jahr 49 durch den Senat ein Gesetz verabschieden, das die Ehe mit der Tochter des Bruders vom Inzestverbot ausnahm15.

In Italien und Frankreich setzte sich dagegen die kanonische Zählung erst durch die Anstrengungen des Reformpapsttums durch. 3 Entdifferenzierung des Rechts Aufgrund der vielfältigen Kontinuitäten zwischen dem rçmischen Kaiserrecht, den Volksrechten der germanischen Kçnige und dem Kirchenrecht werden in der rechtshistorischen Forschung die Epochen der Spätantike und des Frühmittelalters als Einheit betrachtet129. Wie bereits in der Diskussion um die Thesen Jack Goodys angeklungen ist, trifft diese Einschätzung für die Geschichte der Inzestgesetzgebung in besonderer Weise zu.

399. 129 Grundsätzlich dazu Mordek, Recht 1987. , Entwicklung 1991; Reynolds, Marriage 1994; Esders, Rechtstradition 1997; Zeddies, Religio 2003. 28 1. Einleitung kann130. Nach dem Ende rçmischer Staatlichkeit verlor das Rechtssystem seine in der Antike erreichte Autonomie, da der Einsatz physischer Gewalt zur Durchsetzung rechtlicher Normen nicht mehr garantiert werden konnte. Recht war nicht in einer schulischen oder wissenschaftlichen Ausbildung verankert, sondern wurde in den germanischen Nachfolgereichen weitgehend an außerrechtliche Sozialstrukturen gebunden: an schicht-bedingten Status, an Zusammenhänge der Verwandtschaft, der Freundschaft und des Klientelismus.

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