Friedensengel im Kampfanzug?: Zu Theorie und Praxis by Mauritz S. Mortensen (auth.), Georg-Maria Meyer (eds.)

By Mauritz S. Mortensen (auth.), Georg-Maria Meyer (eds.)

Friedens- und Unterstützungseinsätze werden in Zukunft zu den allgemeinen Aufgaben fur die amerikanischen Streitkräfte gehören. ; die damit verbundenen Belastungen sind nicht mit denen herkömmlicher Kampfeinsätze identisch. Die hier vorgestellte kurze examine von Befunden, die im Verlauf von Peacekeeping-Missionen bei amerikanischen Soldaten erhoben wurden, zeigt sehr deutlich Machbarkeit und Wert solcher Untersuchungen. der ,,menschlichen Dimension". Mit der Erforschung militärischer Einheiten zu verschiedenen Zeitpunkten während ihres Einsatzes haben wir damit begonnen, die verschiedenen Belastungsfaktoren, die das Befinden der Soldaten im Laufe von Friedensmissionen beeinflussen, näher zu bestimmen. Beide von uns untersuchten Einheiten, sowohl der Sanitätsverband als auch die mit Grenzüberwachungsaufgaben betraute Einheit, wiesen Streßfaktoren auf, wie sie bei jedem Einsatz anzutreffen sind, der zu einer Trennung von der Familie fuhrt. Gleichzeitig wurden jedoch eine Anzahl zusätzlicher als Belastung empfundener Faktoren ausgemacht, die sich aus dem besonderen Charakter von Friedensmissionen ergeben. Dazu zählen Langeweile, Einschränkungen bei der Wahrnehmung der Aufgaben und Unklarheit im Hinblick auf den Auftrag. Die bevorstehende allgemeine Reduzierung der amerikanischen Streitkräfte bedeutete ein zusätzliches Erschwernis fur beide Einheiten, sahen sie sich doch mit der Notwendigkeit von Stellenkürzungen und Umstruk­ turierungen konfrontiert. Auch wenn bei künftigen Einsätzen die Be­ lastung durch Truppenabbau nicht mehr direkt gegeben ist, so "ird sich doch die Wirkung bemerkbar machen: die gleichen Aufgaben müssen von weniger Kräften ausgefuhrt werden: das bedeutet sowohl fur den Einzelnen als auch fur die gesamte Einheit eine erhebliche Mehrarbeit und damit eine höhere Belastung.

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All das macht die Angelegenheit nicht eben einfach. Werm Entscheidungsträger nach Lösungen suchen, dann erscheinen Ratschläge, sich zurückzuhalten oder gar nichts zu tun, leicht als wenig tatkräftig und inkompetent. Welche Einrichtung oder welcher einzelne Experte will schon freiwillig der Sündenbock fiir einen unter Beschuß geratenen Politiker spielen? Bedacht werden muß außerdem, daß die hier angesprochenen Schwierigkeiten der Nachrichtengewinnung vor allem in der Vorbereitungsphase einer Peacekeeping-Operation akut werden können.

Wenn eine lokale Unterstützung nicht zur Verfiigung steht werden sich Staaten im allgemeinen eher einer direkten Aktion enthalten. 38 Das hat größere Bedeutung fur Peacekeeping-Operationen. Ist der Gegner nicht ein Staat, sondern Teil der Bevölkerung eines Landes, sind die Gefahren unbeabsichtigter Nebenwirkungen eines Eingreifens nicht nur erheblich größer, sondern auch moralisch viel schwieriger zu rechtfertigen. In der Tat, auch wenn man den Tod wehrpflichtiger Soldaten durchaus beklagen kann, würden nur wenige die Berechtigung bestreiten, grundsätzlich einen Feind in Uniform als legitimes Ziel eines militärischen Schlages zu betrachten.

Daraus ergibt sich ein fundamentaler Wandel in der Art der Normen, die das individuelle Verhalten regulieren. B. die Regeln der "Genfer Konvention" - bestimmte inhumane Verhaltensweisen verbieten, überwiegen bei Friedensmissionen eher präskriptive Normen, die ein bestimmtes Verhalten nahelegen oder imperativ gebieten. Beispielsweise sind die Soldaten verpflichtet, bei der Verteilung von Nahrungsmitteln nach Prinzipien der Gerechtigkeit zu verfahren und auf die unterschiedliche Bedürftigkeit der Adressaten Rücksicht zu nehmen, bei Vermittlungstätigkeiten Unparteilichkeit walten zu lassen oder sich bei administrativen Maßnahmen um die Kooperation autochthoner Verwaltungsstellen zu bemühen.

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