Die letzten Tage der Menschheit by Karl Kraus

By Karl Kraus

Die letzten Tage der Menschheit ist eine "Tragödie in five Akten mit Vorspiel und Epilog" von Karl Kraus. Sie ist in den Jahren 1915-1922 als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg entstanden. In über 2 hundred nur lose zusammenhängenden Szenen, die auf wahren Quellen beruhen, wird die Unmenschlichkeit und Absurdität des Krieges dargestellt. Das Stück ist einem "Marstheater" zugedacht und ist bisher noch nie komplett aufgeführt worden.

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Ein Sommerfeiertagabend. Leben und Treiben. Es bilden sich Gruppen. Ein Zeitungsausrufer: Extraausgabee –! -ung. Thronfolger. ] Da Täta vahaftet! Ein Korsobesucher (zu seiner Frau): Gottlob kein Jud. Seine Frau: Komm nach Haus. ) Zweiter Zeitungsausrufer: Extraausgabee –! Neue Freie Presse! Die Pluttat von Serajevo! Da Täta ein Serbee! Ein Offizier: Grüß dich Powolny! Also was sagst? Gehst in die Gartenbau[ein Wiener Lokal]? Zweiter Offizier (mit Spazierstock):Woher denn? G'schlossen! Der Erste (betroffen): G'schlossen?

Also die Nachrichten des Abendblatts wurden immer und immer wieder erörtert und durchgesprochen. Von Mund zu Mund ging der Name Auffenberg[österr. Politiker, 1911/12 Kriegsminister]. Der Zweite: Wieso kommt das? Der Erste: Das kann ich Ihnen erklären, es is ein Redaktionsgeheimnis, sagen Sie's erst, bis Friede is. Also Roda Roda[Fußnote: Roda Roda – österr. Schriftsteller, † 1945, im 1. Weltkrieg Berichterstatter im Kriegspressequartier] hat doch gestern dem Blatt telegraphiert über die Schlacht bei Lemberg und am Schluß vom Telegramm stehn die Worte: Lärm machen für Auffenberg!

Ein Passant (zu seiner Frau): Du kannst von mir aus in die Josefstadt gehn, ich geh an die Wien! Ein Zeitungsausrufer: Vormarsch der Österreicher! Alle Stellungen genohmen! Die Frau: Mir is schon mies vor »Husarenblut«. Der erste Reporter: Nirgends eine Spur von Beklommenheit und Gedrücktheit, nirgends fahrige Nervosität und von des Gedankens Blässe angekränkelte Sorge. Aber ebensowenig leichtherzige Unterschätzung des Ereignisses oder törichte, gedankenlose Hurrastimmung. Die Menge: Hurra, a Deitscher!

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