Die Insassen: Roman by Katharina Münk

By Katharina Münk

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Kurzum, er würde erst einmal nicht fehlen. Alles würde so glattlaufen, dass es fast schon unheimlich war, so als hätte es eine Generalprobe gegeben. Noch am Nachmittag desselben Tages bekam er sein Köfferchen. Es war gefüllt mit persönlichen Dingen, die - so hatte man wohl angenommen - für einen mehrwöchigen Aufenthalt weg von zu Hause nötig waren. Wahrscheinlich war seine Sekretärin einmal durch seinen begehbaren Kleiderschrank geschritten. Die Auswahl überraschte ihn dann doch etwas: Kordhosen in allen Farben für alle Jahreszeiten, dezent karierte Hemden mit passenden Manschettenknöpfen, leichte Steppjacken, flauschige, aber seltsam bunte Pullis, die man nie zu Weihnachten geschenkt bekommen möchte, einige davon mit Rautenmuster.

Das rhythmische Laut- und Leiserschalten tat Winter tatsächlich so lange gut, bis die Schwester gerufen wurde und ihm erst die Fernbedienung und dann den Tropf wegnahm, alles unter Breetkötters Argusaugen. Dieser schien ein wahrer Vertreter von Recht und Ordnung zu sein - auch oder eben gerade im gestreiften Schlafanzug. « Dem konnte nachgekommen werden. Winter nahm Block und Roller-Pen aus der Jacketttasche, malte einen großen, fetten Punkt auf den obersten Zettel, riss ihn ab und reichte ihn Breetkötter.

Er war nicht frei von einer gewissen Anspannung, das musste er zugeben. Winters Wagen fuhr sanft, fast schalldicht, und die Außenwelt lief wie ein Film auf der Windschutzscheibe vor ihm ab. Er fingerte mit einer Hand auf dem Nebensitz herum, wo er sein Nasenspray vorsorglich abgelegt hatte. Damit benetzte er erst einmal ordentlich seine verkrusteten Nasenflügel, mit zwei kräftigen Stößen, dass es durchpfiff. Er fuhr mit einhundert Stundenkilometern auf die Autobahnauffahrt zu, völlig im Flow und vor allem auch wieder gut in der Zeit.

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