Anonymität und Autorschaft: Zur Literatur- und by Stephan Pabst

By Stephan Pabst

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Augustinus - Spuren und Spiegelungen seines Denkens: Von Descartes bis in die Gegenwart

Seit Aurelius Augustinus (354-430), dem bedeutendsten Denker der Spätantike, ist die Rückbindung der Frage nach der Wahrheit an die Frage nach dem Ich, additionally an die Selbsterkenntnis, ein Grundthema der Philosophie; nach Platon, dem Begründer der abendländischen Philosophie, battle Augustinus der zweite große Denker der Antike von bis heute prägender Kraft.

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In dem einen Fall entfällt ein Grund für die Anonymität, in dem anderen Fall kommt ein Grund für die Nennung des Namens hinzu. Das sind die rechtlichen Gründe, die daran mitgewirkt haben, dass Anonymität in den letzten 200 Jahren immer seltener geworden ist. IV. Anonymität und multiple Autorschaft Die genannten Fälle programmatischer Anonymität weisen eine Gemeinsamkeit auf: Immer wird Anonymität mit einem Wahrheitsanspruch verbunden, der sich dadurch erfüllen soll, dass das Individuum und mit ihm sein Name in einem metaphysischen, mythischen oder sozialen Allgemeinen auf- bzw.

Herder anonymisiert es bei der Veröffentlichung in seinem Auszug aus einem Briefwechsel über die Lieder alter Völker und Ossian, weil im Bezug auf die ›wirklichen‹ Volkslieder Anonymität geradezu als Authentizitätsindiz der volkstümlichen Überlieferung gilt. Goethe hat das Lied zwar 1789 in seine Schriften aufgenommen, aber die Grenzen der Autorschaft werden hier vom holpernden Liebesliedchen in Paul von der Aelsts Sammlung über Herders Bearbeitung im Silbernen Buch bis zu Goethes Gedicht über eine gewaltsame Defloration fließend.

Homilie auf den zweiten Sonntag nach Ostern (Sp. 1127 C). Non sit tibi cura quis dicat, sed quid dicitur 39 wie selbstverständlich, die Synoden des Frühmittelalters, und so lehren es auch in der Folgezeit die Homiletiker und Praktiker. Einer der prominentesten Predigtlehrer des 12. Jahrhunderts ist Alanus ab Insulis. 18 Auf einem homiletischen Nebenschauplatz führt er freilich das (hier unmarkierte) Seneca-Dictum ein. Der lauschenden Gemeinde empfiehlt Alanus für den Fall, dass ein Prediger im eitlen Streben nach Beifall (applausus) das Wesentliche vernachlässige: considerare non debent quis loquatur, sed quid.

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