Afrikanische Spiele by Ernst Jünger

By Ernst Jünger

Der autobiographische Roman »Afrikanische Spiele« erzählt von Jüngers abenteuerlichem Ausflug als 16-Jähriger zur Fremdenlegion, kurz bevor der Erste Weltkrieg ausbrach.

Show description

Read or Download Afrikanische Spiele PDF

Best classics books

The citizen-soldier, or, Memoirs of a volunteer

Common Books ebook date: 2009 unique ebook date: 1879 unique writer: Wilstach, Baldwin

Visions and beliefs in the west of Ireland

This selection of literature makes an attempt to bring together a number of the vintage works that experience stood the try out of time and provide them at a discounted, cheap cost, in an enticing quantity in order that all people can get pleasure from them.

Extra resources for Afrikanische Spiele

Sample text

Auch zog er eine Mundharmonika hervor und entlockte ihr so kunstreiche Melodien, daß sogar unser Soldat, der seit dem Auftauchen des fürchterlichen Reddinger fast unsichtbar geworden war, den Kopf wieder zur Tür hereinzustecken begann. Man hatte den Eindruck, daß dieses Instrument seiner Natur in besonderer Weise entsprach, denn er hatte etwas stark Ausatmendes, Pausbackiges und gehörte damit wohl einem Schlage an, von dem das Volk zu sagen pflegt, daß er auf die unangenehmen Dinge dieses Lebens pustet oder pfeift.

Er geriet auch bald in eine wilde Heiterkeit und begann sich mit funkelnden Augen vor uns zu rühmen, denn der Wein war dick und stark wie Likör. ~ 53 ~ Wir erfuhren auf diese Weise, daß er in einem entlegenen Gebirgsdorf geboren und unter den unbarmherzigen Prügeln seines Vaters erwachsen war. Schon früh hatten sich seine Kräfte entwickelt, und eines Tages, als der Alte sich wieder an ihn heranmachte, schlug er ihn halbtot und ließ ihn allein in seinem Hofe zurück. Er ging dann zu den Tonbrennern, die in einem einsamen Bergtal hausten, und stand bei ihnen als unermüdlicher Arbeiter in Ansehen.

Ich hatte eine Art erfunden, den brennenden Leuchter auf den Bettpfosten zu stellen, während die Vorhänge dicht zugezogen waren, so daß ich in dem Bett wie in einer erleuchteten Höhle lag. Auf diese Weise vor der Welt gesichert, sprach ich dem Obste zu, blätterte in dem großen Afrikabuch und steckte mir auch zuweilen eine Pfeife an. Dabei dachte ich über meine Lage nach. Der Rest des Schulgeldes betrug immer noch über fünfzig Mark — ich konnte also noch eine Reihe von Tagen auf diese unbestimmte und treibende Weise zubringen.

Download PDF sample

Rated 4.34 of 5 – based on 24 votes