ADHS – Neurodiagnostik in der Praxis by Dr. Andreas Müller, Gian Candrian M.A., Prof. Dr. Juri

By Dr. Andreas Müller, Gian Candrian M.A., Prof. Dr. Juri Kropotov (auth.)

Neue Wege gehen: QEEG und EVP – objektive Untersuchungsmethoden für die Diagnostik

ADHS ist eines der meistdiskutierten Themen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, zunehmend aber auch in der Erwachsenenpsychiatrie. Die vielfältigen Ausprägungen der Störung und die zuweilen sehr subjektive Diagnostik – häufig genug gestützt auf die situativen Schilderungen von Patienten und Angehörigen – führten zu dem Wunsch nach objektiven neurobiologisch orientierten Untersuchungsmethoden.

Die Ergebnisse der jahrelangen, internationalen Forschungsprojekte sind sehr ermutigend und weisen einen Weg zu klaren diagnostischen Kriterien. Der Schwerpunkt des Buches liegt auf der Entdeckung des sogenannten Endophänotyps – den Biomarkern bei ADHS, insbesondere den elektrophysiologischen Endophänotypen, wie z.B. quantitatives EEG und evozierte Potenziale.

Diese neue Methodologie ermöglicht eine objektive Bestimmung von Auffälligkeiten bei mentalen Dysfunktionen. Speziell die evozierten Potenziale sind hinsichtlich der Beschreibung von Dysfunktionen enorm fruchtbar und ermöglichen neue Einsichten in Zusammenhänge bei exekutiven Funktionen bei ADHS.

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Augustinus - Spuren und Spiegelungen seines Denkens: Von Descartes bis in die Gegenwart

Seit Aurelius Augustinus (354-430), dem bedeutendsten Denker der Spätantike, ist die Rückbindung der Frage nach der Wahrheit an die Frage nach dem Ich, additionally an die Selbsterkenntnis, ein Grundthema der Philosophie; nach Platon, dem Begründer der abendländischen Philosophie, struggle Augustinus der zweite große Denker der Antike von bis heute prägender Kraft.

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Unterschiedliche Protokolle Die einzelnen Therapieprotokolle unterscheiden sich aber nicht nur in der Art, wie der Aktivierungszustand des Gehirns auf ein sichtbares Signal umgerechnet wird. Es werden auch unterschiedliche Hirnbereiche und -frequenzen angesteuert und zu beeinflussen versucht. Verbreitet ist das Training von sog. sensomotorischen Rhythmen (SMR-Training), dessen Wirkung bei ADHS Lubar bereits vor Jahrzehnten entdeckt hatte. Die senso- motorischen Rhythmen sind nach dem Areal benannt, über welchem die für diese Rhythmen wichtigen Elektroden liegen (C3 und C4).

Aufgrund von Schwierigkeiten der Impulshemmung wesentliche Auffälligkeiten im Alltag auftreten können: Planung, Gestaltung, Steuerung und Kontrolle der Handlungen sind sicher betroffen, ebenso die Entscheidungsfindung und das vorausschauende Denken. Es handelt sich dabei aber um die gesamte Organisation des Alltags. Dies sind dermaßen fundamentale Funktionen, dass bei zusätzlichen Schwierigkeiten in einem anderen System, z. B. im Emotionsregulationssystem des präfrontalen Kortex, ohne weiteres zusätzlich andere Diagnosen gestellt werden können.

7 Neurofeedback Eine weitere Gruppe von Methoden, die immer häufiger angewandt wird, sind Biofeedbackmethoden, im ADHS-Bereich vor allem Neurofeedback. Deren Wirksamkeit galt bis vor wenigen Jahren allerdings als nicht gesichert. Es gab zwar eine Vielzahl von Artikeln zu Einzelfällen, aber praktisch keine statistisch auswertbaren Studien von groß angelegten Untersuchungen mit Kontrollgruppen. In den letzten Jahren gelang es jedoch unter anderem drei Untersuchungsgruppen im deutschsprachigen Raum fundiert zu belegen, dass Neurofeedback tatsächlich einen hohen Behandlungserfolg aufweist (Arns et al.

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